Verpackungen

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W Z

Die Verpackung ist die gezielt angebrachte, lösbare Umhüllung eines Produktes. Das verpackte Produkt wird auch Packgut genannt. Der Begriff beinhaltet die Gesamtheit aller Verpackungsmaterialien, insbesondere von Packmitteln und Packhilfsmitteln, zur Erfüllung
einer vorgegebenen Verpackungsaufgabe. Dabei ist das Packmittel diejenige Verpackungskomponente, die den Hauptbestandteil der Verpackung bildet und zur Aufnahme von Packgut bestimmt ist. Das Packmittel dient dem teilweisen oder vollständigem Umschließen
oder Zusammenfassen des Packgutes. Das Packhilfsmittel ist eine weitere Verpackungskomponente, die zusammen mit dem Packmittel die Gesamtheit der Funktionen einer Verpackung erbringt.

Man kann verschiedenen Arten der Verpackungen unterscheiden,
welche aber meist kombiniert auftreten.
• Einwegverpackung
• Mehrwegverpackung
• Transportverpackung
• Schutzverpackung
Hierbei bezeichnet die Transport- und Schutzverpackung den Zweck und Einweg- und Mehrwegverpackung die Wiederverwertbarkeit einer Verpackung.

Einwegverpackung:
Diese Verpackung ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt und wird danach meist als Müll entsorgt. Dies war der Erkenntnisstand etwa 1995/1996.
Derzeit gelten gebrauchte Einmalverpackungen in Deutschland grundsätzlich als Wertstoff und werden als solche der Wertstoffsammlung zugeführt.

Mehrwegverpackung:
Mehrmals verwendbare Verpackung, die im allgemeinen im Leih- und Rückgabeverkehr benutzt und z. T. gegen Pfand abgegeben wird. Eine Mehrwegverpackung trägt unter anderen ökologischen Vorteilen zur Umweltentlastung bei.

Transportverpackung:
Bei der Transportverpackung werden dem Produkt Eigenschaften verliehen, die Lager- und Transportprozesse erst ermöglichen oder erleichtern: etwa eine geeignete Formgebung, Druck- und Rutschfestigkeit, die eine volumeneffziente Stapelbarkeit und einen sicheren Transport ermöglichen. Eine Transportverpackung nimmt meist logistische Verpackungsfunktionen wahr.
Die logistischen Verpackungsfunktionen dienen der Unterstützung logistischer Prozesse. Indem die Verpackung aus einzelnen oder mehreren Produkteinheiten eine logistische Einheit (engl. Unit Load) formt, die spezifschen Anforderungen genügt, trägt sie zur Erzielung eines hohen logistischen Nutzens (Effektivität) sowie zur Effzienz logistischer Prozesse bei. Eine Informationsfunktion leistet die Verpackung als Träger identifzierender Merkmale sowie informierender Aufschriften und Bildern, etwa von Gefahrguthinweisen, Verfalldaten etc. oder direkt durch den Informationsgehalt der geometrischen oder farblichen Gestalt der Verpackung selbst.

Schutzverpackung:
Die Schutzverpackung dient dem Schutz des Produktes vor Umwelteinfüssen und Beschädigung, sowie dem Schutz der Umgebung gegen Schädigung durch das Produkt (z. B. bei Messern, Chemikalien). Bei der Schutzverpackung wird eine Umgebung geschaffen, in der das Produkt durch äußere Einfüsse (Temperatur, Verschmutzung) keinen Schaden nehmen kann. Viele Produkte, insbesondere Lebensmittel wie Milch, Butter oder Reis, können ohne Verpackungen nicht gelagert, verteilt oder verkauft werden.

Funktionen der Verpackung:
Viele Produkte, insbesondere Lebensmittel, können ohne Verpackungen nicht gelagert, verteilt oder verkauft werden. Die Verpackung formt aus einer oder mehreren Produkteinheiten eine logistische Einheit (engl. Unit Load) und unterstützt damit Prozesse der Logistik und des Handels. Dazu muß sie verschiedene Funktionen erfüllen:

•     Schutzfunktion:
Die Verpackung soll vornehmlich die Ware selbst vor Umwelteinfüssen, Beschädigung, Verunreinigung und Mengenverlust schützen. Daneben schützt die Verpackung auch den Mensch vor Verletzungen bei scharfkantigen Waren, spitzen oder giftigen Gegenständen.
Weiterhin wird das Transportmittel, die Umwelt und die anderen Waren z. B. vor Beschädigungen durch auslaufende Flüssigkeiten geschützt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konservierung von Lebensmitteln, zum Beispiel durch luftdichte Verpackungen. Asep-
tische Abfülltechniken, steriles Befüllen oder Schutzgar (bzw. Vakuumverpackungen sind gängige Methoden. Durch entsprechende Gestaltung der Verpackung (Verschlüsse, Versiegelung, Fertigpackungen) kann auch ein größerer Schutz vor Manipulation und Diebstahl erreicht werden.

•     Lagerfunktion:
Jede Ware wird vom Zeitpunkt der Herstellung bis zu Zeitpunkt des Gebrauches oder Verbrauches mehrmals ein- und umgelagert. So ist eine Lagerung beim Hersteller oder Importeur, im Groß- und Einzelhandel, beim Spediteur oder Lagerhalter sowie beim Ver-
braucher möglich. Mithilfe einer geeigneten Verpackung lässt sich Ware leichter, sicherer und schneller lagern.

•     Lade- und Transportfunktion:
Während des Transportes soll die Verpackung verhindern, daß die Ware übermäßigen Beanspruchungen ausgesetzt ist. Dies kann durch einen mehrfachen Schutz (Karton + Palette) erfolgen. Außerdem führen genormte Verpackungen zu einem geringeren Raumbedarf auf
den Transportmitteln. Die Normung kann sogar so weit gehen, daß die Maße der Packmittel (z. B. Paletten oder Gitterboxen) genau auf die Maße der Transportmittel abgestimmt werden und so zu einer optimalen Auslastung des Transportmittels führen sowie den Lade- und Entladevorgang beschleunigen. Diese Sachverhalte werden im DPR-
Modell abgebildet.

•     Verkaufsfunktion:
Eine Verkaufsfunktion leistet die Verpackung durch ihre geometrische oder farbliche Gestaltung und als Träger informierender Aufschriften und Bilder. Verkaufsverpackung als Werbeträger. Durch die Verkaufsverpackung kann der Käufer das Produkt erkennen, sei es am Namen, am
Logo, an der Farbe oder Form der Verpackung. Eine ansprechende Verkaufsverpackung fördert den Verkauf, steigert dadurch den Absatz und gewinnt neue Kunden. Die Verkaufsverpackung vermittelt häufg den ersten und kaufentscheidenden Eindruck. Verkaufsverpackung als Hilfsmittel zur Rationalisierung des Verkaufsvorganges. Das Selbstbedienungssystem konnte erst durch die modernen Verpackungsmethoden seinen Aufschwung erzielen. So entfällt z. B. an der Fleischtheke das Wiegen und Abpacken der gewünschten Ware, wenn diese zuvor verpackt, gewogen und ausgezeichnet wurde und nun zur Selbstbedienung ausliegt.

Verkaufsverpackung mit Zusatznutzen:
Oft bietet die Verkaufsverpackung einen zusätzlichen Nutzen, der zur gekauften Ware selbst keinen Bezug hat (z. B. Senfglas als Trinkglas).

•     Informationsfunktion:
Die Verpackung kennzeichnet das Produkt nach Art, Menge, Gewicht und Preis, informiert über Gefahrguthinweise, Verfallsdaten und Verwendungszweck und ist zudem Träger von verschlüsselten Daten (Barcodes). Beispielsweise ermöglicht der aufgedruckte EAN-Code
das schnelle Einlesen an Scanner-Kassen.

•     Dosier- & Entnahmefunktion:
Viele Packgüter werden über die Verpackung beim Endanwender dosiert. Auch die Entnahme oder der direkte Verzehr bei Lebensmitteln werden häufg über die Verpackung verwirklicht.