Tiefdruckverfahren

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W Z

Tiefdruck ist ein Sammelbegriff für Druckverfahren, bei denen linien-, punkt- oder fächenartige Vertiefungen auf einer blanken Metallfäche mit Druckfarbe gefüllt werden und ein aufgepreßtes, in die Vertiefungen gezwungenes Papier, diese Druckfarbe aufnimmt.

Merkmale der Tiefdrucktechnik:
Alle Grafken, haben als Erkennungszeichen einen durch den Druck in das feuchte Papier entstandenen Plattenrand (Facette), der sich in das Papier einprägt und auch auf der Rückseite des bedruckten Papiers eine Erhöhung bewirkt. Ein weiteres Merkmal ist, daß die verschiedenen Abzüge einer Platte geringe Maßdifferenzen aufweisen: Die fertigen Drucke sind feucht und müssen getrocknet werden, der Bogen zieht sich dabei zusammen. Je nach Qualität kann die ungleichmäßig verlaufende Schrumpfung zwischen 1 bis 2 % liegen.

Tiefdruck – Druckverfahren für hohe und höchste Druckaufagen:
Das Tiefdruckverfahren wird heute für Druckaufträge mit hohen Aufagen > ~300.000 Exemplaren (abhängig von verschiedenen Kriterien wie Format, Anzahl Formenwechsel usw.) wirtschaftlich eingesetzt. Im Illustrationstiefdruck werden in diesem Druckverfahren
Wochenzeitschriften, wie Stern und Spiegel, TV-Zeitschriften, Zeitungs- und Zeitschriftenbeilagen oder Kataloge hergestellt. Ein anderes großes Marktsegment ist der Verpackungstiefdruck (z. B. Faltschachteln, Tetra-Paks oder Folienverpackungen). Weitere
Einsatzgebiete sind der Dekor-, Textil- und Wertpapierdruck. Der Tiefdruck ist ein Direktdruckverfahren. Die Druckform, beim Rotationstiefdruck ein so genannter Tiefdruckzylinder, taucht etwa zu einem Drittel in eine Farbwanne. Die Farbe füllt die Näpfchen
und benetzt den Tiefdruckzylinder. Ein changierendes Rakelmesser zieht die Farbe von der Oberfäche des Tiefdruckzylinders ab, so daß nur Farbe in den Näpfchen verbleibt. Ein so genannter Presseur, eine harte, gummierte Walze, drückt die Papierbahn/Folienbahn gegen den Tiefdruckzylinder, und die Farbe wird aus den Näpfchen in oder auf den Bedruckstoff übertragen. Anschließend wird die Bahn in einen vertikalen Trockenkanal geführt und die Farbe trocknet, bevor sie das nächste Druckwerk erreicht – es wird also nicht Nass in-Nass gedruckt. Wegen des hohen Anteils von Lösungsmitteln in der Tiefdruckfarbe ist die Arbeit an einer Tiefdruckmaschine nicht ungefährlich. Moderne Tiefdruckmaschinen werden mit integrierten
Feuerlöschsystemen angeboten. Charakteristisch für den Tiefdruck sind der halbtonartige Ausdruck in den Tonwerten ab ca. 70 % (Überfutung) und der durch die mechanische Zylindergravur unvermeidliche Sägezahneffekt an Strichelementen.